Ich verwalte privat nun einmal Server und für jede Aufgabe eine eigene physische Maschine zu betreiben ist einfach nicht zeitgemäß und eine enorme Rescourcenverschwendung.
An den Anfängen war ich da sehr unbeholfen, dazu stehe ich. Aufgehalten hat mich das aber trotzdem nicht. Google aufgemacht, einen Kumpel gefragt, was man so nehmen soll und drauf los. Da ich damals noch alles 100%ig Open Scource machen wolte entschied ich mich für reines XEN als Hypervisor.

Hier kommen wir dann zu meinem aller ersten Server.
Ich installierte mir von Hand ein Arch-Linux und fing an XEN einzurichten. Das Arch-Wiki(https://wiki.archlinux.org) kann ich dabei nur jedem wärmstens Empfehlen, aber es gibt auch viele hilfreiche Blogposts dazu im Netz. Es gab diverse Hürden und komfortabel war das ganze auch nicht, nachdem das ganze dann nach einer guten Woche Arbeit lief.
Es gibt eine Menge Dinge, die im Alltag sehr zeitaufwändig sind und stören, aber gerade in meiner Anfangszeit gut waren, da ich dadurch auch viel gelernt und verstanden habe.
Eine kurze Liste:

  • Jede Konfigurationsdatei musste komplett von Hand geschrieben werden

  • Jede Festplatte für die virtuellen Maschinen, war eine eigene LVM Partition und musste auch händisch angelegt werden

  • Das Netzwerk liegf über eine schlecht und stümperhaft konfigurierte Bridge und alle Verbindungen und Ports mussten von Hand in die Iptables eingetragen werden. Die Maschinen waren in keiner Form voneinander abgeschirmt.
  • Das ganze System war sehr fehleranfällig und unheimlich unflexibel
  • Der Bootloader für die virtuellen Maschinen machte am laufenden Band nur Probleme

Aber es lief alles und der Lerneffekt war auch nicht zu unterschätzen.
Im Nachhinein ist natürlich klar, dass ich einiges Falsch gemacht habe.
Ich würde niemals wieder als Backend für meine Virtualisierung etwas so instabiles wie Arch-Linux verwenden.
Gerade für meinen Mitadmin auf diesem ersten System, war das ganze sehr schwer zu handhaben und so nicht richtig nutzbar.

Nun stand im April aber der Umzug auf eine neue physische Maschine mit mehr Leistung an. Da ich schon lange mit dem Status Quo unzufrieden war, traf ich mit meinem Mitadmin die Entscheidung auf eine andere Virtualisierungslösung zu wechseln.
Der erste Vorschlag auf dem Tisch war Citrix Xen, da es immer noch Xen nutzte, aber zumindest die Verwaltung drastisch vereinfachen sollte....
Naja falsch gedacht, bzw vllt. war auch einfach nur der Wurm drin.
Die lokale Maschine bei mir zu hause, auf der ich das evaluiert habe ist erstmal mit einem Mainboard defekt direkt nach der Installation abgeraucht. Ok da wir einen Monat Zeit zum Umziehen haben wird das ganze halt erstmal direkt auf den neuen Server installiert und da getestet.(Zu diesem Zeitpunkt lag mir mein werter Mitadmin schon in den Ohren, wir sollten doch einfach EsXI nutzen)
Naja Citrix Xen lies sich auch installieren nach zwei Versuchen, aber stellte nach kurzer Zeit spätestens einem Reboot den Betrieb ein und verhielt sich im allgemeinen wenig wie erwartet. Also war die logische Konsequenz mich geistig von XEN in jeglicher Form für die nächste Zeit zu verabschieden.

Wir haben uns zusammengesetzt und nachgedacht. EsXI ist nach meinem Wissensstand damals sau teuer und absolut böse, da ja rein properitär. Wir diskutierten auch, ob Hyper-V nicht eine Lösung sein könnte, entschieden uns aber dagegen. Nun stellte sich nach kurzer Recherche heraus, dass EsXI sich auch mit "eingeschränktem" Umfang kostenfrei Nutzen lässt. Ab das ISO Runterladen. Remotezugriff angeschmissen und Testweise EsXI draufinstalliert. Es lief direkt problemlos. Es hat mich zu diesem Zeitpunkt schon regelrecht geärgert, dass gerade die properitäre Lösung auf Anhieb direkt lief; aber na gut, dann schaut man sich das halt mal an.

Und ich war begeistert! Der VSphere Client ist zwar nur für Windows erhältlich und die neuen Funktionen sind nur über die Weboberfläche erreichbar, die wir in der Freeversion nicht zur Verfügung haben, aber es reichte für unsere Bedürfnisse. Dann zack mit ein paar Mausklicks schnell die ersten Debian Vms erstellt und über die lokale Konsole aufgesetzt und es lief einfach. Über VmWare Workstation lassen sich die Maschinen alternativ auch verwalten. Netzwerke und mehrere Ips sind schnell eingerichtet und es läuft.
Für das Routing und zur weiteren Verwaltung habe ich damals einfach pro IP erstmal einen IP-Fire Router aufgesetzt. Über die Netzwerke lasse ich mich aber noch einmal in einem getrennten Blogpost aus.
Als dann die ersten Maschinen liefen, probierte ich die ersten Features, wie Hardware im laufenden Betrieb anpassen aus. Klar das ist eig Standard und nichts besonderes, aber ich war auch vor diesem halben Jahr auch noch bedeutend grüner hinter den Ohren als jetzt(erstaunlich, wie schnell man sich selbst weiterentwickeln kann).
Also zusammenfassend war ich erstmal in meinem persönlichem Adminhimmel und es war ja auch ein riesen Fortschritt zu meinem vorherigen "Konstrukt".

Mittlerweile ist aber auch hier wieder die Ernüchterung eingetreten und ich merke, dass ich mich einfach weiter in diesem Bereich professionalisieren will. Ich muss immer häufiger bestimmte Anwendungen oder VM-Konfigurationen aufsetzen. Da muss auf Dauer eine schnelle und einfach anpassbare Möglichkeit her so etwas automatisch zu deployen ohne jetzt Monate lang eigene Scripts dafür zu schreiben. Ok wenn es nicht anders geht, werde ich das halt tun, aber eine schönere Lösung wäre mir lieber
Dazu wäre eine gewisse Redundanz schön, aber das lässt das aktuelle Budget einfach nicht zu und so muss es bei einer physischen Maschine bleiben.
Skalierbar soltle es trotzdem sein, damit man bei Bedarf trotzdem schnell einen weiteren Node hinzufügen kann. Im Moment spiele ich mit dem Gedanken mich mit OpenStack auseinanderzusetzen, aber auch hier ist der Lernaufwand enorm und ist das ganze vielleicht nicht auch schon zu viel für mein Anwendungsszenario? Ich weiss es nicht. Ich muss mich da einfach mal mit auseinandersetzen. Eins steht schon fest: Die Kompatibilität von EsXI in der Freeversion mit Openstack ist defacto nicht gegeben.
Bis ich erneut zu solchen radikalen Umbrüchen bereit bin, wird aber noch etwas Zeit ins Land gehen. OpenStack ist definitv nichts für mal eben und alles auf einen neuen Hypervisor migrieren ist auch keine 5 Minuten Aktion.
Somit wird fürs erste mal ein kleinen Sachen gearbeitet, die aber auch für ein halbwegs professionelles Setup erforderlich sind. Unsere Bisherige Backuplösung mit manuellen Snapshots der einzelnen VMs ist einfach nur unpraktisch. Ich habe 100GB Backupspace bei Hetzner zur Verfügung und darauf soll zukünftig das wichtigste automatisch, differentiell und inkrementell gesichert werden. Am liebsten wäre mir natürlich hier auch eine einheitliche Lösungen für alles Windows und Linux Vms. Vielleicht ist es auch praktischer die vhds der Maschinen direkt zu Backupen undabhängig von den Gastsystemem, aber das köntne sehr viel Overhead geben. Also als Fazit lässt sich sagen, dass Virtualiesierung heute meiner meinung nach unverzichtbar im modernen Serverbetrieb ist und man immer noch etwas dazulernen kann. Vor allem aber hört es nicht mit "Ja jetzt läuft meine VM" auf, sondern man muss noch soviel zusätzlich, wie Skalierbarkeit, Backupstrategien und Networking beachten.