Mitten im Herzen von Burtscheid verbreitet das kleine Café Leni liebt Kaffe seit Ostern diesen Jahres einen ganz besonderen Duft. Wir waren vor Ort und haben uns endlich selbst einen Eindruck machen können - wollen wir mal rausfinden ob der Ruf der Ihnen vorrauseilt berechtigt ist ...

Vorwort

Zuerst ein paar Informationen zu den "direkten Konkurrenten" in und um Aachen, damit auch einzuschätzen ist, auf welchem Niveau wir uns hier befinden.
In Aachen gibt es zwei bekannte Röstereien: Deutschlands älteste Rösterei Plum's Kaffee und die jüngere Kaffeemeisterei Maqii. Beides sind ausgezeichnete Röstereien, welche schon länger einen gewissen Ruf in der Aachener Kaffee-Szene innehaben.
Wenn man nun also frischen, lokal gerösteten Kaffee trinken möchte, sollte man sich nach Cafès umsehen, die Bohnen von Maqii oder Plums führen. Plums arbeitet dabei mit vielen bekannten Größen zusammen, so zum Beispiel Moss oder Nobis. Bei Maqii muss man schon ein wenig Suchen. Mir sind nur zwei Orte bekannt: Bei Maqii selbst und bei Baristinho, wobei Baristinho mit dem fahrenden Cafè, die Maqii-Bohnen in einer eigenen Spezialmischung auf die Märkte der Euregio bringt.
Es gibt auch noch einige andere Orte, an denen man in Aachen guten Kaffee bekommt (z.B. bietet Contigo eine beachtliche Auswahl internationaler Bohnen an), allerdings fokussiere ich mich hier auf lokale Röstungen - daher sollte dies als Vorwort genügen.

Erwartungen & Der erste Eindruck

Momentan besteht die einzige Möglichkeit, sich einen Eindruck über das Cafè zu beschaffen darin, sich durch die Bilder auf der Facebook-Seite oder Instagram zu klicken.
Bei dem Namen "Leni liebt Kaffee" und den diversen Herzchen im Logo, an den Wänden und sogar auf der Siebträgermaschine war ich zugegebenermaßen bereits etwas voreingenommen. Zu meinem Glück wurden meine Erwartungen/Befürchtungen nicht getroffen und der erste Eindruck war ganz anders.

Die Innenausstattung des Lokals ist wunderbar direkt, einfach und schlicht. Gerade Linien, einfaches Metall und Holz. Hell, offen und interessant. "Unaufgeräumt-Ordentlich" war Yasminas Beschreibung, die ziemlich passend ist. In einer Ecke des Raumes Stand die Röstmaschine, daneben standen offene Jutesäcke mit diversen Bohnen. Ein offenes Regal nimmt eine Wand ein, an der gegenüberliegenden Wand befindt sich eine Bank mit einigen Tischen davor. Die Lampen hingen schlicht aus der Decke, die Wände waren nicht aufwendig bearbeitet, sondern roh belassen - eine gute Mischung aus urbanen und ländlicheren Elementen. Auf der einen Seite natürlich belassen, auf der anderen liebevoll raffiniert.

Gut besucht, nett und offen hinterließ "Leni liebt Kaffee" bei uns allen einen guten ersten Eindruck.

Kaffee und andere Spezialitäten

Alle Espresso-Spezialitäten stammten aus einer nagelneuen Kees von der Westen Spirit.

Auf einer kleinen Karte erhielten wir einen Überblick über das Angebot. Es reichte von Aeropress-Aufgüssen über Flat-White bis zum klassischen Espresso. Dazu gab es diverse Leckereien. Herzhaft belegte Brote, grieschichen Joghurt mit Früchten, oder aber Kirschtorte, Muffins oder Brownies.
Zu den Tagesangeboten zählte hier die Kirschtorte und ein Iced-Latte.
Wir probierten Torte, Brownie, Iced-Latte und die beiden Espresso Sorten.

Was die Leckereien anging, eilte dem Café sein Ruf schon weit vorraus. Trotzdem waren wir alle immer noch überrascht davon, wie gut denn Torte und Brownies schmeckten. Auch wenn beides recht mächtig war, ließ sich geschmacklich rein garnichts anmängeln. Einfach nur sehr lecker !

Die Iced-Latte machte nicht nur optisch einiges her, sondern schmeckte auch angenehm frisch und sehr aromatisch. Anscheinend wurde hier genau die richtige Menge Sirup verwendet, denn geschmacklich war es weder zu bitter, noch zu süß. Es schmeckte einfach nach Kaffee. (Nachtrag: Hier wurden wohl gar keine Zusätze verwendet, nur ein Ristretto Doppio mit Milch und Eis.)

Der Espresso war in zwei verschiedenen Röstungen verfügbar. Eine heller (Nachtrag : Top Kariru AA aus Kenia), eine dunkler (Nachtrag: Los Milagros aus Nicaragua). Beide waren recht frisch (ungefähr eine Woche alt).
Die dunklere Mischung entfaltete ein volles, recht würziges Aroma - die helle Mischung war recht fruchtig, frisch aber auch entsprechend säurehaltig.
Beide Espressi waren gut gemacht. Stabile Crema, gute Temperatur, eine angenehme Duftnote und gute Viskosität.
Nachtrag: In der darauf folgenden Woche wird es einen Ngila Estate aus Tanzania geben, die Kaffeesorten scheinen also regelmäßig zu variieren. Sehr erfreulich !

Kaffee-Equipment zum Mitnehmen

Sehr überraschend war das große Sortiment an Ausrüstung um die Kaffeezubereitung. So gab es zB. diverse Hario Dripper, Pour-Over Sets oder ouch Aeropresses. Zudem stand die im Kakao genutzte Schokolade zur verfügung, so wie diverse Teesorten. Sehr schön zu sehen, dass man hier den guten Kaffee auch direkt mit nach Hause nehmen kann.

Die eigene Röstung gab es im Paket für 7.9€/250g. Bisher habe ich sie noch nicht testen können, aber die Ergebnisse vor Ort konnten ja bereits überzeugen. Es scheint immer frisch geröstet zu werden und auch die unbearbeiteten Bohnen wirkten qualitativ wertig. Nach Informationen zum Ursprung habe ich nicht gefragt, es war immerhin recht voll.

Rèsumè

Ich bereue Leni liebt Kaffee nicht schon früher entdeckt zu haben.
Die Lage in Burtscheid ist sehr schön und die Aufmachung gefällt sehr. Der Kaffee ist solide, die gebotenen Leckereien sind vorzüglich und die Atmosphäre ist im allgemeinen sehr positiv.
Ich würde mir in Zukunft zwei Dinge wünschen: Eine eigene Internetseite - und detailiertere Informationen zum eigenen Kaffee. Wobei ich aus sicherer Quelle schon erfahren hab, dass die Internetseite schon in Produktion ist :)

Zusammenfassend kann ich das junge Café in Burtscheid nur empfehlen. Dort wurde alles richtig gemacht und ich freue mich bereits zu sehen, wie es sich in den nächsten Jahren weiter entwickelt !